Handwerkerpool für Schulen: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.

Michael Weickert

Michael Weickert

BA Kulturstätten; FA Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule; FA Kultur

Stadtrat Michael Weickert zum SPD-Antrag, einen Handwerkerpool an Schulen zu schaffen

(Ratsversammlung 17.Mai 2017)

Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren, verehrte Gäste!

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. So lässt sich aus unserer Sicht die gesamte Debatte um die Einrichtung eines Handwerker- und Hausmeisterpools zusammenfassen. Eines stelle ich dabei vorneweg: Es gibt denke ich keinen Zweifel in diesem Hause, dass Reparaturen an Schulen und Kitas zügiger und effizienter erfolgen müssen. Wir müssen uns allerdings die Frage stellen, wie wir dies als Schulträger gewährleisten können.

Bei der Frage der Mittel und Methoden ist meine Fraktion zu einer anderen Betrachtungsweise als die SPD gekommen. Für uns ist nämlich auch von großer Bedeutung, dass wir das Handwerk nicht gängeln oder durch eine städtische Abteilung schwächen. Und hier sehe ich bereits eine grundsätzliche Fehleinschätzung im SPD-Antrag. Wenn wir mehr Verwaltung schaffen, werden wir Reparaturen nicht beschleunigen, sondern eher verlangsamen. Und daran kann keiner von uns ein Interesse haben.

Insofern sehe ich den Verwaltungsstandpunkt auch mit großem Interesse. Denn dieser sagt aus, dass bereits jetzt in größerem Maße Rahmenverträge mit Handwerksbetrieben geschlossen hat und sich auch sonst redlich müht, Reparaturen zügig zu veranlassen. Wo wir tatsächlich einen Ansatzpunkt sehen ist das Tätigkeitsfeld der Schulhausmeister, was auf den Prüfstand gehört.

Aber meine Damen und Herren, dieser Antrag ist für mich ein Anlass ein Plädoyer für das Prinzip der eigenverantwortlichen Schule zu halten. Es ist doch für niemanden nachvollziehbar, warum die Schulen nicht in eigener Regie Reparaturen beauftragen können und die Rechnung abwickeln können. Unabhängig von den derzeitigen Rahmenbedingungen, die das nicht zulassen, bin ich der Meinung, dass wir beim Thema Bau und Sanierung von Schulen und auch von Kitas flexiblere Wege beschreiten müssen.

Denn ich sage es nochmal: Wir alle wollen weniger Bürokratie und schnellere Reparaturen an Schulen und Kitas. Und auch wenn dieser Antrag nicht der richtige Weg ist, dann hat er zumindest den Anstoß gegeben, dass wir uns mit Lösungen auseinandersetzen.