Grüne neigen zu Ökopopulismus und Ideologisierung in kommunalpolitischen Fragen

Andreas Faulhaber

Andreas Faulhaber

BA Eigenbetrieb Engelsdorf; FA Sport; FA Umwelt und Ordnung; Umlegungsausschuss

Die Grünen hatten im Stadtrat beantragt, einem Verein, der ein ökologisches Schullandheim ausserhalb der Stadtgrenzen betreibt, einen Zuschuss von 25.000 € zu zahlen. CDU-Stadtrat Andreas Faulhaber sprach sich in seinem Redebeitrag gegen diesen Antrag aus, der auch von der Mehrheit des Stadtrates letztlich abgelehnt wurde. Hier die Rede im Wortlaut:

 

Neulich hatten wir Besuch zu Hause. Die kleine Charlotte beobachtete mich bei den Vorbereitungen zum Kaffee. Die Sechsjährige belehrte mich dann über die Notwendigkeit der korrekten Mülltrennung. Ich hätte die Kaffeeverpackung nicht ordnungsgemäß entsorgt.

Sie wissen schon: Die Umverpackung und die Folie…

Es wurde anstrengend mit dem Kind. Ich gehorchte und fummelte die Verpackung auseinander.

Ein Ergebnis der Umwelterziehung.

Umweltbildung und Erziehung gehört heute untrennbar zu den Erziehungs-und Bildungszielen des sächsischen Lehrplanes und in die allermeisten Elternhäuser gehört sie auch.

Darüber dürfen wir uns freuen.

Eine Stärkung unseres Bewußtseins gegenüber der Schöpfung und für unsere Verantwortung darin ist unerlässlich.

Hierzu besteht in diesem Hause sicher weitestgehend Einigkeit.

In ihrem Antrag VI-A-04831, meine Damen und Herren von Bündnis 90 die Grünen, fordern Sie eine finanzielle Unterstützung aus dem städtischen Haushalt für das Sozio-Ökologische Zentrum OEKOLA in Dreiskau-Muckern. Die geforderte Summe zur Sicherung des Weiterbetriebes schwankte innerhalb der letzten Wochen –offenbar kommt es auf ein paar Tausender nicht an, wenn es doch um eine gute Sache geht…

Die Einrichtung befindet sich in der wirtschaftlichen Verantwortung eines eingetragenen Vereines und liegt außerhalb des Stadtgebietes.

Sie argumentieren nun, ein großer der Teil der Schülergäste, daneben steht das Haus auch für Vereine, Chöre, Fortbildungen u.a. offen, käme ja aus den Schulen Leipzigs und darum stünden wir in besonderer Verantwortung für dieses unbestritten beliebte Haus.

Man könnte andersherum argumentieren: Leipziger Schüler sicherten bisher den Fortbestand des OEKOLA!

Unabhängig davon aber ist eine solche finanzielle Unterstützung für uns gar nicht regelkonform und gegenüber anderen Häusern unvermittelbar.

Unsere Fraktion erlaubt sich an dieser Stelle auch den Verweis auf die bestehende Vielfalt der Schullandheimlandschaft:

Allein der sächs. Landesverband der Schullandheime e.V. Umfasst 15 Verbandsmitglieder. Auf einschlägigen Netzseiten gelangen wir zu 43 für Schulklassen geeigneten Objekten in einem Umkreis von 100 km!

Hier werden für max. 30 € pro Tag und Schüler nicht nur Übernachtung und Verpflegung sondern auch spannende Umweltbildungsangebote offeriert. Zu den Anbietern gehören Bauernhöfe, Jugendhäuser, Naturstationen und Bildungshäuser verschiedener Träger.

Alle diese verschiedenen Einrichtungen kommen wohlgemerkt ohne städtische Zuschüsse aus Leipzig aus.

In Dreiskau-Muckern kostet eine vergleichbare Leistung übrigens 27,00 €. Sollte das Haus also vielleicht seiner wirtschaftlichen Verantwortung besser gerecht werden?! Wir jedenfalls wünschen dem Verein dabei viel Erfolg!

Wenn die sozialdemokratischen Genossen der genannten Einrichtung in ihrem Änderungsantrag Beratungsunterstützung zu teil werden lassen wollen, meinen einige in meiner Fraktion, wird es nicht besser werden…

Schließlich, das Umweltinformationszentrum Leipzig koordiniert im Netzwerk Umweltbildung Sachsen  für den Bereich Westsachsen mit 50 Partnern Bildungsangebote für Jung und Alt. Diese Angebote stehen zum Teil in Leipzig zur Verfügung. Eignen sich also für Unterrichtsgänge und Projekte. Für eine Klassenfahrt darf es dann mit dem ÖPNV auch mal über die Stadtgrenzen hinaus gehen.

Unsere Schulen nutzen bereits jetzt die Freiheit und Breite der Angebote.

Als Charlotte die Küche verlassen hatte, konnte ich in einem unbeobachteten Augenblick, die Umverpackung wieder aus dem Papier herausfischen. Auch dieses Material gehört wie die Folie in die gelbe Tonne. Charlotte hatte sich vor lauter Engagement für die Umwelt geirrt. Sie ist eben noch ein Kind. Ich fand das Patenkind meiner Frau reizend und freute mich über ihr aufgewecktes Wesen.

Ihr Eintreten für unsere Umwelt ist zunehmend nicht nur anstrengend sondern kindisch.  Und wenn wir es über diesen Antrag hinaus betrachten, wird es bedenklich, denn Sie neigen zu Ökopopulismus und Ideologisierung in kommunalpolitischen Fragen die wir verantwortungsvoll, sachlich und erwachsen betrachten sollten. Die CDU Ratsfraktion stimmt verantwortungsvoll für Umwelterziehung, für eine verantwortungsvolle Haushaltsführung und gegen Ihren Antrag.