Digitalisierung in Schulen voranbringen 

Michael Weickert

Michael Weickert

BA Kulturstätten; FA Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule; FA Kultur

Die Ratsfraktionen von SPD und CDU haben ihre Anträge zur Digitalisierung der Leipziger Schulen in einer gemeinsamen Neufassung zusammengebracht. Neben mehr Personal und einer technischen Ausstattung der Leipziger Schulen mit Smart Devices, wie beispielsweise Tablets, und Netzwerken, soll auch der Medienentwicklungsplan vorangebracht werden.

„CDU und SPD waren nicht weit auseinander. Wir beweisen schulpolitische Handlungsfähigkeit bei diesem zentralen Thema. Denn neben dem baulichen Zustand, zweifellos die größte Aufgabe derzeit, dürfen wir auch die mediale Ausstattung nicht außer Acht lassen. Denn unsere Gesellschaft darf digital nicht im Jahr 2010 stehen bleiben“, kommentiert Michael Weickert, schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Unsere Schulen in Deutschland, Sachsen und natürlich auch in Leipzig hängen bei der Digitalisierung weit hinterher. So sind in Leipzig gerade mal 55 Schulen komplett vernetzt, sieben Schulen haben ein vollfunktionierendes WLAN-Netz und an 24 Schulen gibt es partiell WLAN.

Ute Köhler-Siegel, Stadträtin der SPD-Fraktion weiter: „Der Freistaat Sachsen und das Kultusministerium haben bis heute keinen Plan zur Digitalisierung vorgelegt oder geben den Kommunen wenigstens einen Handlungsleitfaden zur Ausstattung von Schulen. Leipzig kann nicht noch mehr Zeit verlieren und muss jetzt endlich handeln. Die Konzeption ‚Medienbildung und Digitalisierung in der Schule‘ des Staatsministeriums für Kultus vom Oktober 2017 bietet auch keine schlüssigen Antworten. Weiter fehlt die komplette Umsetzung in Verordnungen um Handlungssicherheit zu Netzen, Lernmitteln oder Lehrmitteln zu schaffen“.

Die Stadtverwaltung hatte immer auch auf die Verantwortung des Freistaates hingewiesen. CDU und SPD wollen allerdings kein ständiges öffentliches Hin- und Herschieben der Verantwortlichkeiten. Die Lösungen, besonders der Finanzierung und Ausbildung, können nur gemeinsam erarbeitet werden.

Um die Schulen in diesem Bereich kompetent zu unterstützen und zu beraten, bedarf es professioneller Unterstützung. Dafür fordern CDU und SPD die stufenweise Schaffung von zusätzlichen Stellen für IT-Koordinatoren/Medienassistenten bis Ende 2020.

Michael Weickert dazu: „Wir alle wollen eine konstruktive und pragmatische Lösung. Durch Diskussionen um Zuständigkeiten entsteht nicht eine neue, digital gut aufgestellte Schule. Wir haben den Anfang gemacht. Sollte der Antrag beschlossen werden, geht es gemeinsam mit dem Freistaat an die Arbeit.“

Ute Köhler-Siegel abschließend: „Ganz besonders wichtig ist der SPD, den Schulen keine IT- Ausstattung vorzugeben. Wir setzten auf Eigenverantwortung. Jede Schule soll eigenständig entscheiden, ob und wie sie mit PCs oder Laptops, Tablets oder interaktiven Tafeln arbeiten möchten. Das Konzept muss zur Schule passen. Eine sinnvolle Digitalisierung des Unterrichts wird nur funktionieren, wenn die Lehrer diese Medien nach pädagogischen und methodischen Gesichtspunkten einsetzen. Für die Ausstattung der Schulen soll nach unseren Vorstellungen ein ansparbares Medienbudget zur Verfügung stehen.“