Bewerbung der Stadt Leipzig als Kulturhauptstadt Europas 2025

Rede von Stadtrat Michael Weickert in der Stadtratssitzung am 21.01.2015

Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren!

Der Titel der Kulturhauptstadt Europas ist mit Sicherheit für viele Metropolen des Kontinents erstrebenswert. Auch aus diesem Grund haben wir als CDU-Fraktion vor geraumer Zeit die Verwaltung mit der Prüfung einer Leipziger Bewerbung als Kulturhauptstadt 2020 beauftragt. Die Bundesrepublik kann nun nach einer Entscheidung der EU-Kommission für das Jahr 2025 einen Bewerber ins Rennen schicken.

Grundsätzlich sehen wir eine Bewerbung Leipzigs natürlich positiv, doch hat sich die Sachlage seit 2009 deutlich geändert.

Dresden hat seine Kandidatur bekannt gegeben, die auch von Frau Staatsminister Stange unterstützt wird; ein Schelm wer Böses in Bezug auf den anstehenden OB-Wahlkampf in Dresden denkt.

Herr Bürgermeister Faber scheint diese Angelegenheit ein wenig entrückt in der für dieses Dezernat typisch phlegmatischen Art zu betrachten. Ich sehe keinerlei Elan, eine mögliche Bewerbung Leipzig voranzubringen und unsere Stadt in einem möglichen Vorauswahlverfahren engagiert zu vertreten.

Gewiss ist Dresden eine ernstzunehmende Konkurrentin, aber es darf nicht der Anspruch Leipzigs sein, diese Konkurrenzsituation fatalistisch hinzunehmen. Wir können schließlich stolz auf unsere umfangreiche und vielfältige Kulturlandschaft sein und müssen uns vor keiner deutschen Stadt und erst Recht nicht vor Dresden verstecken.

Was mich und meine Fraktion insbesondere an diesem Verwaltungsstandpunkt stört, ist der Eindruck, daß seit unserem Antrag der Bürgermeister und sein Dezernat wenig Anstalten gemacht haben, politisch flexibel auf die neuen Beschlüsse der EU-Kommission zu reagieren. Wir stellen daher hier die Frage in den Raum, was seit 2009 und insbesondere seit 2012 passiert ist.

Her Bürgermeister, wir haben den Eindruck, Sie weichen einer für Sie und Ihr Dezernat unangenehmen Debatte aus. Ich kann Ihnen versichern, daß dies mit unserer Fraktion nicht mehr möglich ist.

Dennoch unterstützen wir diesen Antrag trägt er doch den Geist unseres Antrages aus der vergangenen Wahlperiode in sich.
Ich möchte Ihnen, Herr Bürgermeister für die kommenden Debatten noch ein Zitat von Friedrich Nietzsche mit auf den Weg geben: „Widerspruch vertragen zu können, ist ein Zeichen von hoher Kultur.“