Honeckers Gästehaus ist kein Denkmal

Stadtrat Achim Haas in der Ratsdebatte zum B-Plan Musikviertel

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister … Wozu sprechen wir heute und was möchte die Verwaltung vom Stadtrat. Der B-Plan Musikerviertel Süd soll eine 2. Änderung erfahren. Die Stadt Leipzig hat am 13.03.2001 den oben genannten B-Plan für rechtskräftig erklärt. Das B-Plan-Gebiet, das sogenannte Musikviertel, stellt heute eine bevorzugte Wohnlage dar. Im Laufe der Jahre sind viele Neubauten entstanden, eine aufgelockerte Bebauung zeigt das Stadtbild. Alle im gleichen Baustil, so dass dort ein einheitliches Bild der Bebauung entstanden ist. Jetzt hat die Verwaltung das sogenannte GAP unter Denkmalschutz gestellt, 12 Jahre nach B-Plan-Aufstellung. Unser Antrag geht in eine andere Richtung. Wir finden, es ist Zeit, diesen Schandfleck im Leipziger Stadtbild zu entfernen. Ich frage mich, was macht diesen Asbest-Bau so wertvoll, dass er ein Baudenkmal darstellt? Das Haupthaus ist zu hoch, der Flachbau sprengt alle Proportionen. Eine denkmalgerechte Sanierung ändert nichts daran, dass dieses Bauwerk nicht ins Stadtbild passt. Oder ist es die Tatsache, dass Erich Honecker und Franz Josef Strauß eine Nacht dort verbracht haben? Will man Franz Josef Strauß damit ein Denkmal setzen – dann lieber sollte man eine Straße nach ihm benennen. Ferner stellt sich die CDU die Frage, was denken Investoren über solche Handlungsweisen? 2001 B-Plan 2013 Denkmalschutz 2016 Bestätigung durch den Stadtrat Hat dieses Handeln der Verwaltung etwas mit Kalkulierbarkeit und Verlässlichkeit zu tun? Mit Denkmalschutz sind 12.000 m² nutzbar – ohne könnten dort 24.000 m² Wohnfläche entstehen. Damit ist die Chance gegeben, die aufgelockerte Bebauung mit klaren Konturen und straßenbegleitender Bauflucht abzuschließen. Verehrte Frau Dubrau, wir sind der Auffassung, die Stadt Leipzig sollte diese Entwicklung nicht behindern Es ist die Angelegenheit des Eigentümers der zuständigen Behörden, die Unwirtschaftlichkeit zu beweisen. Meine Damen und Herren Stadträte, bitte stimmen Sie für unseren Antrag, damit dort eine stadtteilverträgliche und umfeldgerechte Bebauung ermöglicht wird. Danke!