Schulbau durch Systembauweise beschleunigen

Stadtrat Michael Weickert zum CDU-Antrag „Leipzig-Schule 2.0“

Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren Kollegen, verehrte Gäste!
Wir haben unzählige Debatten in dieser Wahlperiode darüber geführt, wie wir unsere Kapazitätsprobleme im Bereich Schule in den kommenden Jahren lösen wollen. Bereits Anfang des Jahres, als wir über alternative Wege zwecks privater Finanzierung debattierten, sagte ich, dass nicht Geld, sondern vielmehr Zeit unsere knappste Ressoursce ist. Und Zeit verlieren wir immer wieder durch konfuse Abstimmungswege in der Verwaltung. Hier freue ich mich übrigens, dass Sie, Herr Oberbürgermeister, auf unsere Forderung eingegangen sind und eine Steuerungsgruppe Schulbau eingerichtet haben.
Doch allein effizientere Verwaltungsstrukturen oder mehr Geld oder privates Engagement reichen nicht aus angesichts der Herausforderung, die vor uns liegt. Meine Fraktion hat daher vor der Sommerpause beantragt, Schulen zukünftig in Modulbauweise zu errichten, ähnlich wie dies bereits im Anbau an der Paul-Robeson-Schule passiert.
Wir sind froh, dass uns der VSP hier entgegenkommt und dieses Thema positiv aufgreift. Ich weiß, dass die Gestaltung von Schulen ein heißdiskutiertes Thema ist, in dem allerdings auch viel heiße Luft für ineffiziente Debatten verbraucht wird. Unser Ansinnen war es daher, die Planung und Inbetriebnahme für Schulen zu beschleuningen. Und mit einer Systembauweise geht dies aus folgenden Gründen.
1. Statt langwieriger Architektenwettbewerbe, in denen Geschmack ja streitbar ist, konzentrieren wir uns auf eine effiziente Planung von Schulgebäuden, die neben einem positiven Lernumfeld schlicht auch Funktionsgebäude sind.
2. Fehler oder Schwierigkeiten in der Umsetzung eines Typenbaus lassen sich korrigieren und für die Zukunft ausmerzen.
Meine Damen und Herren, wie auch die Entscheidung für privates Engagement im Schulbau so erfordert dieser Weg von uns allen ein Stück weit Mut. Denn anknüpfend an die Debatte zur Demokratie ist es unsere Aufgabe nicht Maximalforderungen umzusetzen, sondern für tragfähige Kompromisse zu streiten, die diese Stadt voranbringen. Die Leipzig Schule 2.0 kann aus meiner Sicht ein Stück dazu beitragen, unsere Probleme in der nahen und fernen Zukunft zu lösen. Sie ist nicht das Allheilmittel, sondern eine sinnvolle Ergänzung zu unserem bisherigen Weg.