Katzmannstraße
Bei der Katzmannstraße in Leipzig-Mockau ist schiefgegangen, was schiefgehen konnte. Als Fallstudie für schlechte Kommunikation, unverantwortliches Wirtschaften und Ausspielen von Gruppen gegeneinander lässt sich gut aufzeigen, wohin die aktuelle Schulbaustrategie der Stadt Leipzig führt. Im Mittelpunkt: das Schuldezernat der Stadt Leipzig. In einer unkoordinierten Kommunikationskampagne spielte man Kinder gegen Mieter aus und wieder gegen Kinder. Das führte in Mockau zu Frust und Verständnislosigkeit.
Die Katzmannstraße ist vorgesehen als Standort für eine Auslagerungsschule - wenn Sie den Beitrag unserer Fraktion vom vergangenen Samstag gelesen haben, werden Sie bereits wissen, dass Auslagerungsschulen für Verteuerung der einzelnen Schulplätze sorgen und in der aktuellen Haushaltssituation nicht nachhaltig sind - allerdings ist dort auch ein Garagenhof, dieser ist Mittelpunkt einer Gemeinschaft, die weit über das bloße Abstellen von Autos hinausgeht. Nicht umsonst war der Garagenhof auch Themenschwerpunkt der Europäischen Kulturhauptstadt 2025 Chemnitz. Das heißt: Ein grundlegend erhaltenswertes Stück Leipziger und ostdeutscher Kultur gegen eine teure Schule, die in der aktuellen Situation nicht nachhaltig ist? Eigentlich eine ganz einfache Nummer.
Der Stadtrat hat sich letztendlich gegen unseren Änderungsantrag entschieden. In diesem wollten wir noch mal die Notwendigkeit für eine Auslagerungsschule prüfen lassen und gegebenenfalls andere Grundstücke identifizieren. Dieser Umstand führt jetzt zu neuen Problemen. Ende letzten Jahres erfuhr der Leipziger Stadtrat, dass der Fuchsbau, ein Bauspielplatz im Leipziger Norden, für Parkplätze weichen soll, die als Ausgleich für den Garagenhof in der Katzmannstraße dienen. Diese Idee war nicht unsere, sondern die der SPD. Aus diesem Grund schlagen wir vor, dass der Garagenhof in der Katzmannstraße bleiben darf und damit auch der Fuchsbau.
Das tun wir natürlich nicht einfach so. Denn Ende letzten Jahres erreichte uns auch noch eine andere Nachricht, und zwar, dass aufgrund der Haushaltslage der geplante Bau der Oberschule Mockau auf ungewisse Zeit verschoben werden muss. In der Nähe der Katzmannstraße befindet sich also ein Gelände, das bereits offiziell als geeignet für den Schulbau anerkannt wurde. Diesen Standort möchten wir nun mit den Mitteln realisieren, die ursprünglich für die Katzmannstraße vorgesehen waren. Bis zur Einrichtung der Oberschule Mockau kann das neue Gebäude die Funktion der Katzmannstraße übernehmen.
Mit diesem Vorschlag ließe sich die Spaltung überwinden, die durch die unbeholfene und destruktive Kommunikation des Schuldezernats in Mockau entstanden ist.