Wärmeplan ja, aber mit Realismus

Leipzig hat jetzt einen Wärmeplan. Er beschreibt für die einzelnen Stadtgebiete, mit welcher Technologie dort in Zukunft die Wärmeversorgung sichergestellt werden kann. So wird für 21 große Quartiere Fernwärme empfohlen, dem Stadtrand eher Wärmepumpen und in anderen Gebieten könnte die Abwärme des Gewerbes oder Geothermie die Lösung sein. Was dem Papier jedoch fehlt, ist der Realismus.

So steht zum Beispiel geschrieben, dass die Wärmeversorgung der Stadt ab 2038 klimaneutral ist. Das ist nicht erreichbar. Warum?

In einer Stadt wie Leipzig spielt der Denkmalschutz eine große Rolle. So viele Projekte mussten bisher aus Rücksicht auf diese strengen Vorgaben umgeplant oder konnten gar nicht erst realisiert werden. Bisher gibt es seitens des Bundes und der Stadt überhaupt noch keine Klärungen, wie wir mit diesem Thema umgehen wollen. Ein weiteres Thema sind die Finanzen. Leipzig musste bereits seinen Dispokredit von 600 Mio. Euro ausschöpfen, um laufende Ausgaben zahlen zu können. Woher also kommt das Geld für die Wärmewende? Auch die Zeit ist ein Faktor. Wer glaubt wirklich daran, dass zwölf Jahre genügen, um einen Großteil der Stadt auf- und wieder zuzuschachten? So gibt es viele offene Fragen bis hin zur Akzeptanz in der Bevölkerung. Wir als CDU-Fraktion sehen die Verwaltung nun in der Pflicht, darauf Antworten zu liefern.